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Cultural Heritage Integration Lab (CHI-L)

Das Cultural Heritage Integration Lab (CHI-L) ist eine unabhängige, forschungsbasierte Praxis, die von Claudiu Silvestru initiiert und geleitet wird und an der Schnittstelle von künstlerischer Erforschung, kritischem Diskurs und angewandter Bestandstransformation arbeitet.

CHI-L arbeitet an der Schnittstelle von Bestandstransformation, Wiederverwendung und Schöpfungsverantwortung. Anstatt kulturelles Erbe als statische Kategorie zu verstehen, begreift CHI-L Erben als einen aktiven kulturellen Prozess: als fortlaufende Aushandlung dessen, was übernommen, erhalten, verändert, weiter genutzt und an kommende Generationen weitergegeben wird.

Das Konzept der Inheritance Values dient dabei als verbindender Rahmen, der materielle Ressourcen, kulturelle Bedeutungen, soziale Verantwortung und zukunftsorientierte Entwurfs- und Entscheidungsprozesse miteinander verknüpft. Es ermöglicht, architektonische, ökologische, kulturelle und ethische Dimensionen innerhalb einer gemeinsamen Bewertungslogik zusammenzuführen und unterstützt fundierte Entscheidungen in komplexen Transformationskontexten.

CHI-L arbeitet in einem integrierten Zyklus aus Reflexion und Praxis und verbindet künstlerische Erforschung, kritische Essays sowie anwendungsorientierte Forschungs- und Entwicklungsprojekte:

  • Künstlerische Arbeiten fungieren als epistemisches und emotionales Medium. Sie machen Fragen von Erbe, Kontinuität und Wandel erfahrbar und eröffnen sinnliche Zugänge jenseits rein technischer oder normativer Bewertungsrahmen.
  • Essays schaffen begriffliche Klarheit und diskursive Tiefe. Sie verorten “Inheritance Values” in größeren kulturellen, gesellschaftlichen und disziplinären Zusammenhängen und unterstützen Prozesse der Aushandlung und Bedeutungsbildung.
  • Anwendungsorientierte F&E-Projekte übersetzen diese Erkenntnisse in praxisnahe Werkzeuge und konkrete Transformationsprozesse. Dazu zählen soziokulturelle Analysen bestehender Gebäude, die Identifikation relevanter Werte sowie die Entwicklung von Transformationskonzepten, die auf spezifische Eigentumsverhältnisse, rechtliche Rahmenbedingungen und lokale Gemeinschaften zugeschnitten sind.

Anstatt festgelegte Lösungen zu liefern, versteht sich CHI-L als reflektierender Partner, kritischer Begleiter und integrative Schnittstelle für Eigentümer:innen, Gemeinden, Institutionen, Praktiker:innen und kulturelle Akteur:innen, die mit Transformationsprozessen im gebauten Umfeld befasst sind.

Auf diese Weise leistet CHI-L einen Beitrag zu aktuellen europäischen Diskursen über Nachhaltigkeit und Kulturerbe, indem die Transformation des Gebäudebestands zwischen kultureller Bedeutung, gesellschaftlicher Relevanz und technischer Leistungsfähigkeit verortet wird.